Solierklärung gegen sexualisierte Gewalt

Solierklärung der Reiche 63a Hinterhaus/Erreichbar mit Kati

Wir von der Reiche 63a erklären uns mit Kati und ihrer Veröffentlichung „Häusliche Gewalt und Vergewaltigungen in der linken Szene: Der Fall Holger H.“ solidarisch. Seit Beginn der Geschichte der Autonomen Szene in Berlin gibt es Übergriffe, Vergewaltigungen und andere Formen von körperlicher und psychischer Gewalt seitens Aktivisten gegen FrauenLesbenTrans*Inter.
Gerade derzeit scheint es wieder Fälle zu geben, bei denen die Täter und ihre Schützer_innen auf die Methode „aussitzen“ pokern. Es handelt sich hierbei um Fälle, die sich über Jahre hinziehen, ohne dass zufriedenstellende Ergebnisse sichtbar wären.
Es gibt keine Antifa, keine linke Gruppe oder (Haus)Projekt ohne Sexismusproblem(e) und mindestens einer Geschichte sexistischer Gewalt und täterschützender Nicht-Auseinandersetzung damit. Da ist die Reiche leider auch kein ungeschriebenes Blatt. Doch versuchen wir dieses Haus zu einem Ort zu machen, an dem Betroffene nicht kämpfen müssen für die Anerkennung ihrer Geschichte und gerade deshalb liegt uns die Unterstützung von Kati am Herzen.
Wir positionieren uns also in der Hoffnung, dass das auch alle anderen angeschriebenen Gruppen und Projekte dasselbe tun. Denn schlimmer als eine Gruppe, die sich täterschützend positioniert, ist eine Gruppe, die sich alle Türen offen hält. Eine Nicht-Positionierung ist immer eine täterschützende Positionierung; dem Einzigen, dem dieses Verhalten nämlich letztendlich nützt, ist der Täter. Die Betroffene weiß bei nicht-positionierten Orten und Menschen nämlich nie, ob sie sicher sein kann oder ob sie vielleicht von einem Moment auf den nächsten mit dem Täter konfrontiert wird, und ob sie sich auf Support verlassen kann, falls sie Unterstützung braucht.

Im Fall von Kati und Holger möchten wir als Örtlichkeit der linken Szene klarmachen, dass Holger H.bei uns auf unbestimmt Zeit Hausverbot hat!
Auch der ARAB werden wir keinerlei Veranstaltung-Raum o.ä. bieten werden solange es keine für die Betroffene zufriedenstellende Auseinandersetzung mit Holger H.gab. (Zwar ist die Erreichbar generell kein Ort, der für ARAB-Veranstaltungen bekannt ist, aber wir möchten dennoch deutlich machen, dass das ab jetzt nicht auf Zufall, sondern auf einem begründeten Nein von unserer Seite basiert)

Holger H. muss sich zum Schutz seiner künftigen Partnerinnen dringend Hilfe suchen, um sich mit seinen Taten auseinanderzusetzen. Weiterhin ist es nunmehr die Verantwortung jedes linken Projektes, dass über ihn und_oder andere Täter informiert wurde, diesen keinen Alkohol auszugeben. Jeder wissentlich Alkohol-ausgebende Mensch macht sich nicht nur zum Täterschützer sonder auch zum Mittäter durch die Erhöhung des Risikos eines Angriffs der Täter auf Betroffene.

Zum Schluss möchten wir aber noch einmal Kati unseren Respekt und Dank für ihren mutigen und starken Weg ausdrücken! Es wird nicht immer leicht sein, aber jede FLT*I-Person(*), die diesen Weg geht, gibt den anderen Mut, Kraft und Sichtbarkeit.

Gegen Täterschutz, für die Anerkennung von Definitionsmacht, gegen Raumvorteile für Täter! Keine Täter(schützer) in unseren Strukturen!
Macker gibt’s in jeder Stadt; Bildet Banden macht sie platt!

(*)Wir möchten betonen, dass wir uns hier auf strukturelle Gegebenheiten berufen, diese aber nicht als essentialistisch ansehen. Wir sind uns bewusst und möchten das auch deutlich machen, dass es durchaus auch weibliche Täter_innen und männliche Opfer sexueller und häuslicher Gewalt gibt.

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