6. Reichenberger Kiezfest

    Samstag 30. August 15- 22h

Mu­sik­pro­gramm:

Adirjam (KurdishQueer Cosmop Art Rock), Babsi Tollwut (Rap), Twitchblades (Punkrock),
Betonpiraten (Canson Punk)
und der Rattenchor

Gegen Verdrängung und Aufwertung!
You can‘t evict a movement!

Feiern in der Reichenberger Straße gegen Verdrängung und rassistische Asyl- und Kommunalpolitik

Es ist wieder soweit: Straßenfest in der Reichenberger Straße am 30. August 2014 ab 15 Uhr! (zwischen Ohlauer und Lausitzerstrasse)

Der Reichenberger Kiez ist schön: Altbauten, Baum bestandene Straßen, gemütliche Höfe, Kleinhandel, Kneipen, Kopfsteinpflaster. Dank einer erfolgreichen Selbstorganisation der Bewohner_innen in den 70er und 80er Jahren wurde hier ein sozialverträgliches Sanierungskonzept durchgesetzt, das Mietobergrenzen festlegte und so Wohnraum für sozial Schwache ermöglichte.

Heute sind diese Mietobergrenzen Geschichte. Der Kiez liegt attraktiv zwischen Grünanlagen und Landwehrkanal. Investor_innen können rechtlich ungestört ihrem Profit nachjagen – und tun dies auf Kosten der alten Mietparteien, die mit den Mietsteigerungen nicht mithalten können, auf Kosten gewachsener Kiezstrukturen, auf Kosten von Gruppen, die hier Raum für selbstbestimmtes Leben aufgebaut haben:

Zwangsräumungen finden immer öfter statt, begleitet vom erbitterten Widerstand der Betroffenen und Unterstützer_innen. Allein in der Lausitzer und der Reichenberger Straße kam es im letzten Jahr zu 4 umkämpften Zwangsräumungen

Häuser werden im regelmäßigen Rhythmus weiterverkauft, ohne Rücksprache mit den Bewohner_innen modernisiert, Mieten erhöht, Menschen verdrängt. Auch hier gibt es in der Reichenberger Straße mehrere Objekte, in denen die Belegung im letzten Jahr komplett gewechselt hat. „X-berg pur“…

Im Görlitzer Park finden verstärkt rassistische Kontrollen nach dem Prinzip des „racist profiling“ statt.

• Die Stadt versuchte die Gerhart-Hauptmann Schule – seit über zwei Jahren von Flüchtenden besetzt als Wohnort und Symbol gegen die menschenverachtende Asylpolitik der EU und der BRD – zu räumen. Dazu nutzte die Stadt erneut die koloniale „teile und herrsche“ Strategie, die schon bei der Räumung des O-Platzes wirkte. Bewohner_innen der Schule weigerten sich auf ein nicht überzeugendes Angebot der Stadt einzugehen und leisteten erfolgreich Widerstand. Neun Tage herrschte im Kiez ein polizeilicher Ausnahmezustand, eine Besatzung des Kiezes durch die Polizei, die die Anwohner_innen unter Generalverdacht setzte, in ihrem Alltag kontrollierte und behinderte, sowie einige Gewerbetreibende möglicherweise in den Ruin getrieben hat.

• Die Ratiborstraße südlich der Reichenberger Straße ging kürzlich in die Verwaltung der Bundesagentur für Immobilienaufgaben über (BIMA). Diese wird versuchen, das große Gewerbe- und Grüngelände meistbietend zu verkaufen – in einigen Jahren ist hier ein Ansturm von Investor_innen zu befürchten.

Um all diesen Entwicklungen und düsteren Perspektiven etwas entgegen zu setzten organisieren sich immer mehr Anwohner_innen in verschiedenen Initiativen und betreiben aktiven Widerstand. Das Reichenberger Straßenfest ist Teil dieses Widerstandes und bietet Menschen und Gruppen eine Plattform, sich zu präsentieren, zu vernetzten und gemeinsam zu feiern.

Das Reichenberger Straßenfest ist nichtkommerziell, und bezieht aktiv Stellung gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie, gegen profitorientierte Stadtumstrukturierung und für das Gute Leben, solidarisch und selbstbestimmt.

Wir danken all unseren UnterstützerInnen und dem SO36

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